Mehr Kunstsachverstand für die Stadt

Da waren sie noch alle da: die Schreiber-Fenster in der BvA-Aula. (Foto: Archiv)

Bürgermeister Erik Lierenfeld fordert mehr Sachverstand für den Gesamtbereich „Kunst“ bei der Stadt Dormagen . Dazu soll sich die Stadtverwaltung in einem ersten Schritt externer Hilfe bedienen, um bereits vorhandene umfangreiche Listen, Karteikarten und sonstigen Unterlagen zu Kunst im Eigentum der Kommune zu sichten, zu überprüfen und auszuwerten.

Das wird Lierenfeld dem Stadtrat in dessen Sitzung am Donnerstag, 13. September, im Ratssaal im Anbau an das Neue Rathaus (Eingang über die Castellstraße) – Beginn ist wie immer um 17.30 Uhr – vorschlagen. Der Verwaltungschef will sich für neues Personal im Kulturbereich einsetzen, um die städtischen Kunstwerke systematisch erfassen und bewerten zu lassen. Das kündigte Lierenfeld schon bei einer Ausstellungsstellungseröffnung im Kulturhaus an. Die Unterstützung der Großen Koalition aus CDU und SPD dürfte ihm so gut wie sicher sein.
„Unser Ziel ist es, möglichst schnell einen möglichst umfassenden Gesamtüberblick über das künstlerische Erbe unserer Stadt zu bekommen“, erklärte der Erste Bürger der Stadt. Hintergrund dieses Vorstoßes ist auch die öffentliche Kritik am Umgang der Stadt mit Kunst am Bau aus den 60er-Jahren. Mit den Schreiber-Fenstern in der Aula des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums und den abhandengekommenen Bronzefiguren an der ehemaligen Hermann-Gmeiner-Hauptschule (der RA berichtete mehrfach) habe es jüngst zwei Fälle gegeben, die jedem kunstinteressierten Bürger fast die Tränen in die Augen getrieben hätten. Lierenfeld sagte weiter: „Ganz klar: In diesen Fällen haben wir als Stadt nicht das erforderliche Fingerspitzengefühl gezeigt.“ Die Kommune habe nicht den gebotenen Respekt vor den Erschaffern und Stiftern der Kunst gezeigt, so der Bürgermeister weiter. Nun gelte es, diese Vorgänge aufzuarbeiten und längst überfällige Maßnahmen nachzuholen. Der Verwaltungschef machte aber auch deutlich, dass Dormagen eine Kulturstadt mit hervorragenden Bedingungen sei: „Bei aller berechtigten Kritik: Uns ist es mit engagierter und guter Kulturarbeit sowie gezielter Förderung gelungen, zwischen den Metropolen Düsseldorf und Köln ein eigenständiges kulturelles Profil zu entwickeln und zu schärfen. Damit müssen wir keinen Vergleich scheuen.“

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