Geeignete Räume für Ausstellung der Schreiber-Fenster suchen

Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause einstimmig beschlossen, dass die nicht zerstörten Schreiber-Fenster in der Aula des Bettina von Arnim-Gymnasiums (BvA) auf Kosten der Stadt ausgebaut und eingelagert werden. In Ruhe soll noch geklärt werden, wo und wie die Fenster des bekannten Dormagener Künstlers zukünftig im Stadtgebiet präsentiert werden. Bei der Abstimmung in der Ratssitzung gab es lediglich drei Enthaltungen durch die Zentrums-Fraktion.

Am 20. April hieß es bei der Baustellenbesichtigung auf Nachfrage: „Die Fenster kommen weg!“. (Foto: -oli)

Nachdem im Zuge der laufenden Aulasanierung die ersten beiden von Otto Andreas Schreiber gestalteten Aulafenster einfach zerstört worden waren (der RA berichtete), sollen aus den noch vorhandenen Fenstern nun zumindest die figürlich gestalteten Bereiche mit Kosten von etwa 7.500 € gesichert werden. Die Ornamentalbereiche sind im Vergleich dazu künstlerisch deutlich weniger gewichtig. Den Ausbau übernimmt der Verein „Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts“ aus Mönchengladbach.
Martin Pehe drückte für die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen die „Freude darüber aus, dass die verbliebenen vier Fenster nun doch nicht im Altglascontainer landen.“ Er kündigte an, dass die Grünen-Fraktion 1.000 € spenden wird, wenn die Ausstellung der Fenster eröffnet wird. „Gott sei Dank befanden sich die Pläne für die Fenster bei der Institution, die diese auch eingebaut hat, und nicht beim städtischen Eigenbetrieb“, merkte Pehe an, der damit auf die im Eigenbetrieb Dormagen nicht mehr auffindbaren Baupläne für die BvA-Aula anspielte (der RA berichtete). Joachim Fischer, der in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses einer der größten Kritiker des Vorgehens der Verwaltung gewesen war, berichtete für die SPD-Fraktion von einem Gespräch mit Kulturdezernentin Tanja Gaspers und dem ehemaligen BvA-Lehrer Helmut Garritzmann. Letzterer war eine der federführenden Personen, die ohne öffentlichen Spendenaufruf in einer Art „privatem Schneeballsystem“ etwa 10.000 € an Spenden zusammenbekommen hatte, um die noch nicht zerstörten Schreiber-Fenster zu retten. „Es geht unter anderem darum, in Dormagen ein Gebäude zu finden, das die erforderliche Raumhöhe von fünf Metern aufweist und für eine kulturelle Präsentation geeignet ist“, so Fischer. Das können durchaus ein Jahr oder zwei Jahre dauern. Wenn das „Wo“ und „Wie“ feststünden, soll es einen öffentlichen Spendenaufruf geben, um alle anfallenden Kosten abdecken zu können. (Oliver Baum)

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