Führungswechsel im Vorstand der Hospizbewegung

Im Vorstand der Hospizbewegung Dormagen kam es bei der diesjährigen Mitgliederversammlung zum angekündigten Führungswechsel: Nach zehn Jahren an der Spitze kandidierte Sabine Köhler nicht mehr für das Amt der Vorsitzenden. In dieser Zeit – so resümierten Köhler und ihr erster Stellvertreter Dr. Udo Kratel – hat sich hospizlich im Stadtgebiet viel bewegt: das „Hospiz macht Schule Projekt“ hat sich an den Grundschulen erfolgreich etabliert; die Spezielle ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV) wurde unter dem Dach der Hospizbewegung mit den Krankenkassen vertraglich geregelt und umgesetzt; zahlreiche Veranstaltungen zum Themenkreis „Sterben, Tod und Trauer“ erreichten die Dormagener Bevölkerung und halfen, die Hospizidee aus der Tabuzone zu holen und in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.

Der neue Vorstand der Hospizbewegung Dormagen um die neue Vorsitzende Ute Wolter (vorne 2.v.r.). (Foto: Hospizbewegung)

Dass es dabei nicht immer nur traurig zugehen soll und darf, bewiesen die vielfältigen Konzertabende mit dem Chor „Da Capo“, dem Jazz-Gitarristen sowie Liedermacher Oliver Steller und dem irischen Folk-Trio um Deirdre Starr. Auch der zum zweiten Mal erfolgreich veranstaltete „Tanz in den Mai“ in der Tanzfabrik sowie viele Themenabende zur Patientenverfügung, Organspende und anderen Themen waren gut besucht. Die positive Resonanz zeigt sich nicht zuletzt an der gestiegenen Mitgliederzahl von nunmehr 275. Besonders stolz wies der Vorstand auf die Entwicklung in der Sterbe- und Trauerbegleitung hin. Nach der Einstellung von Annemarie Hein, die seit 2017 mit Andrea Pyttlik das Koordinationsbüro führt, verzeichnete die Hospizbewegung eine deutliche Zunahme der Begleitungen Schwerkranker und Sterbender im häuslichen Milieu. 45 in Grund- und Aufbaukursus qualifizierte Ehrenamtler (zu 95 Prozent Frauen) engagieren sich vor Ort in der Betreuung sowie Unterstützung sterbender Menschen und ihrer Angehörigen. Zudem wurden Kooperationsverträge mit lokalen Pflegeheimen geschlossen, um dabei ebenfalls ehrenamtliche Begleitungen zu ermöglichen. Die erste Vereinbarung dieser Art galt dem Malteser-Pflegeheim, weitere werden folgen. Als bedeutsame Weichenstellung in Köhlers Amtszeit wurde auch der Umzug des Hospizbüros an die Krefelder Straße 23 in der Innenstadt wahrgenommen, wo hospizliche Begleitung und die SAPV in großzügigen hellen Räumlichkeiten nunmehr Seite an Seite organisiert werden. Auch verzeichnen die beiden Koordinatorinnen Pyttlik und Hein, seit kurzem verstärkt durch die Büro-Assistentin Dagmar Borchers, einen enormen Zulauf sowie zahlreiche Anfragen vieler Interessierter durch die zentrale Lage in der City. So konnte Köhler im Jubiläumsjahr des 25-jährigen Bestehens der Hospizbewegung ein gut bestelltes Haus an ihre Nachfolgerin übergeben: In das Amt der ersten Vorsitzenden wurde einstimmig Ute Wolter gewählt. Die Hackenbroicher Diplom-Psychologin und Heilpraktikerin, die seit einem Jahr im Vorstand präsent ist, versprach den anwesenden Mitgliedern, „ihr Bestes für die Hospizbewegung zu geben“. Unterstützt wird sie dabei vom neuen Vorstand, der sich wie folgt zusammensetzt: erster stellvertretender Vorsitzender Kratel (einstimmig wiedergewählt), zweite stellvertretende Vorsitzende Heike Moritz (in den geschäftsführenden Vorstand aufgerückt), Kassierer Friedhelm Lachnicht (neu gewählt), Schriftführerin Marlies Köhler, Beisitzer Michael Weber (wie bisher) und Petra Wolf (neu gewählt). Ebenfalls unter großem Beifall sowie mit einem bunten Blumengebinde wurde neben Köhler auch die langjährige Kassiererin Inte Freyer in den hospizlichen Ruhestand verabschiedet. Mit zwei weiteren Öffentlichkeits-Veranstaltungen macht die Hospizbewegung in ihrem Jubiläumsjahr 2018 nochmals auf ihr Engagement aufmerksam. So findet am Samstag, 8. September, in der Christuskirche an der Ostpreußenallee das Konzert „Voices for hospices“ mit dem „Duo a Piano“ mit der Dormagener Pianistin Anja Kämmerling statt. Darauf folgt am Mittwoch, 28. November, in der Kulturhalle an der Langemarkstraße 1-3 die Veranstaltung „Patientenverfügung und Vorsorge-Vollmacht: Wie mache ich es richtig?“ mit den Vorstandsmitgliedern Weber und Dr. Kratel. Nähere Informationen sind im Internet unter „www.hospizbewegung-dormagen.de“ oder persönlich im Hospizbüro erhältlich. (eb/jvh/-oli)

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