Dickers: „Das darf ja wohl nicht wahr sein“

Nach kurzfristiger Erhöhung der Wasserpreise steht evd stark in der Kritik
Dickers: „Das darf ja wohl nicht wahr sein“
Unter der Überschrift „Kann das denn wahr sein?“ reagierte der CDU-Stadtverband Dormagen in einer Pressemitteilung auf die Erhöhung des Verbrauchspreises pro Kubikmeter um 4,9 Prozent und die Erhöhung der Preise für den gängigsten Wasserzähler zwischen knapp 33 Prozent (südliche Stadtteile) und etwa 41 Prozent (nördliche Stadtteile). Die Kunden im Norden Dormagens wurden bis zum vergangenen Jahr von den Kreiswerken Grevenbroich direkt versorgt. Das hat nun die evd übernommen und dazu im vorigen Jahr eine Transportwasserleitung bauen lassen, um das von ihr von den Kreiswerken bezogene Trinkwasser auch im Süden Dormagens vertreiben zu können (der RA berichtete). „Mit Befremden und einer gewissen Verärgerung nehmen wir und auch die Bevölkerung – nicht nur in den nördlichen Stadtteilen – die kurzfristige und drastische Erhöhung der Preise für das Trinkwasser zur Kenntnis“, erklärte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Hans Ludwig Dickers. Die Frage nach dem „Warum“ müsse erlaubt sein. Dickers: „Der Bezugspreis für den Kubikmeter Wasser, welches durch die Kreiswerke Grevenbroich nunmehr für das gesamte Stadtgebiet zur Verfügung gestellt wird, hat sich nicht verändert. Es ist auch nicht bekannt, dass der Wassersektor der evd stark defizitär wäre. Wie gestaltet sich überhaupt die Preisentwicklung in den nächsten Jahren, denn insbesondere mit Blick in die Zukunft sind nur wenige Risiken erkennbar, da sowohl der Wasserpreis als auch die Pacht für das Leitungsnetz (im nördlichen Stadtgebiet) bekannt und kalkulierbar sind.“ Eine derartige Preiserhöhung in einem Bereich, wo nur mit den Endkunden abgerechnet wird, sei somit wirtschaftlich derzeit kaum begründbar. Trotzdem sei dies geschehen, obwohl „der Bürgermeister bei seiner Neujahrsansprache im Stürzelberger Schützenhaus den Anwesenden ausdrücklich versichert hat, dass keine Steuer-, Beitrags- und Gebührenerhöhungen seitens der Stadt geplant seien. Letztlich bleibt neben der Vereinheitlichung der Bezugspreise im Stadtgebiet nur der derzeit unterdurchschnittliche Wasserpreis im Landesvergleich, welcher eventuell die Kartellbehörde zur Genehmigung der Preiserhöhung veranlasst haben könnte“, führte der Parteivorsitzende aus. Dies könne nur ein Monopolist so „geschickt“ machen. „Aber das darf ja wohl nicht wahr sein“, so Dickers abschließend. Ein ehemaliges Ratsmitglied, das anonym bleiben möchte, erklärte in einer Stellungnahme gegenüber der RA-Redaktion, es sei überhaupt nicht in Ordnung, dass das Unternehmen seine Kunden erst wenige Tage vorher über die Preiserhöhung informiert habe. Es sei offenbar politisch nicht gewollt gewesen, diese Information im Rahmen des städtischen Neujahrsempfangs öffentlich zu transportieren. Auch betroffene Kunden der evd meldeten sich gegenüber der Redaktion zu Wort. Dabei wird unter anderem darüber spekuliert, dass sich der Energieversorger mit der für das laufende Jahr erwarteten Mehreinnahme von 800.000 € die Investition in die Transportwasserleitung im vergangenen Jahr refinanzieren wolle. „Ich denke, dass etwas mehr Ehrlichkeit bei den Gründen der Preiserhöhung der evd und der im Aufsichtsrat vertretenen Stadt Dormagen gut zu Gesicht gestanden hätte“, schreibt ein RA-Leser, der anonym bleiben möchte. (RA vom 7. Februar 2018)

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