Bedarf im U3-Bereich steigt weiterhin an

Am 1. August hat das neue Kindergartenjahr begonnen – im Stadtgebiet Dormagen mit exakt 2.577 Betreuungsplätzen. Bei den Kindern im Alter von über drei Jahren (Ü3) kann die Stadtverwaltung Vollversorgung melden. Engpässe gibt es hingegen bei den Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren (U3). Dem wird mit Erweiterungsmaßnahmen und neuen Einrichtungen gegengesteuert.

In den knapp 2.600 Betreuungsplätzen sind auch 230 Plätze in der Tagespflege enthalten. Laut der Dormagener Stadtverwaltung gibt es ungefähr 150 Eltern, deren U3-Bedarf zumindest nach den Meldungen im Online-Kita-Navigator nicht befriedigt werden konnte. Bei den Ü3-Plätzen ist dies angesichts der Vollversorgung anders: Alle Mädchen und Jungen haben einen Platz bekommen, auch wenn er nicht in allen Fällen in der Kindertagesstätte (Kita) ist, die in der Regel als wohnortnächster Wunsch angegeben wurde. Der zuständige Erste Beigeordnete Robert Krumbein bezeichnet die 150 fehlenden Plätze aber als „eine relative Größe“. In allen dringenden Fällen sei eine Lösung gefunden worden. Noch in der vergangenen Woche habe es in der Tagespflege sogar ein paar freie Plätze gegeben. „Da sind Eltern dabei, die sich schon im Navigator angemeldet, aber vielleicht erst im Herbst und noch später einen konkreten Bedarf haben“, so Krumbein. In allen anderen Fällen sei bisher immer eine Lösung gefunden worden. Dementsprechend gibt es bis dato keine einzige offizielle Elternbeschwerde.
Die Nachfrage – insbesondere nach U3-Plätzen – steigt weiter an, so dass die Stadt schon im Frühjahr erste Weichenstellungen vorgenommen hat, um dem mittelfristig gerecht werden zu können (der RA berichtete). Einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben Eltern allerdings erst, wenn ihr Kind das klassische Kindergartenalter von vier Jahren erreicht hat. Um der Lage Herr zu werden, wird seitens der Verwaltung geplant, zu erweitern und neu zu bauen. Zum Beispiel in der Kita St. Josef in Delhoven, wo bis Ende 2018 insgesamt 36 Plätze in zwei neuen Gruppen geschaffen werden. Oder in der Kita St. Odilia in Gohr, wo eine weitere Gruppe mit 14 Plätzen bis spätestens Anfang 2019 in einem Anbau fertig sein soll. Auch in Nievenheim findet sich ein Beispiel im heilpädagogischen Salvator-Kindergarten, wo die Stadt die vom Förderverein gebauten zwei neuen Gruppen mit 30 Plätzen bis Ende 2018 übernehmen wird. Dann stehen dort sechs statt vier Kita-Gruppen zur Verfügung.
Aber auch neue Einrichtungen für U3- und Ü3-Kinder sind in der Planung. Zum Beispiel eine neue Kita an der Haberlandstraße zwischen der Grundschule und dem Gymnasium – mit sechs Gruppen und fast 100 Plätzen. Das Vorhaben dort hängt mit dem neuen Beethovenquartier zusammen (der RA berichtete). Die Ausschreibung soll, so Krumbein, noch im August erfolgen. Die Inbetriebnahme ist für August 2019 geplant. Gebaut werden soll ein „Systemkindergarten“, der laut Hersteller in acht bis neun Monaten fertig erstellt ist.
Das Evangelische Sozialwerk wird Träger einer mit vier Gruppen geplanten Kita mit insgesamt 70 neuen Plätzen an der Pfauenstraße in Delhoven, die die Stadt im August 2019 in Betrieb nehmen will. Am Kreiskrankenhaus in Hackenbroich zieht sich der Betreiber einer Großtagespflege zurück. Daraus soll eine neue Außengruppe der Kita an der Christoph-Hufeland-Straße werden. Für die Innenstadt wird noch ein Kooperationspartner für den Neubau einer Kita gesucht, um die alte Einrichtung an der Nettergasse zu ersetzen. Fest geplant ist ein Kita-Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbads in Nievenheim. Auch im künftigen Baugebiet „Malerviertel III“ ist ein Neubau vorgesehen. In Rheinfeld soll auf dem Areal der Regenbogenschule eine eigenständige Kita gebaut werden. Im „Lernort Horrem“ entstehen vier Kita-Gruppen. Die Inbetriebnahme ist verschoben worden und wird für August 2021 geplant (der RA berichtete). (-oli)

Kommentare sind geschlossen.