Kosten für Sanierung der Westseite des Bahnhofs steigen deutlich

Die geplante Sanierung der Westseite des Dormagener Bahnhofs wird deutlich teurer, als es bisher angenommen wurde. Mit dieser „sehr unschönen“ Mitteilung wartete der Erste Beigeordnete der Stadt Dormagen, Robert Krumbein, am vergangenen Donnerstag in der Stadtratssitzung auf. In Abwesenheit von Bürgermeister Erik Lierenfeld, der sich nach seiner Bandscheibenoperation in der Rehabilitation befindet, leitete der erste stellvertretende Bürgermeister Hans Sturm die Sitzung. Auch er dürfte erstaunt darüber gewesen sein, dass bei dem Teilprojekt im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt Horrem“ die Kosten so aus dem Ruder laufen.

So sah seinerzeit die Planskizze für die Umgestaltung des direkten Bahnhofsumfeldes aus. Der Bahnhofsvorplatz (rechter Bereich) ist fertig. Jetzt soll noch die Westseite saniert werden. (Repro: Archiv)

Bisheriger Stand der Dinge waren, so auch zuletzt im Planungs- und Umweltausschuss im Frühjahr diesen Jahres, Baukosten von 2,2 Millionen €. Auf Basis der erteilten Baugenehmigung wurde dann die Ausschreibung vorgenommen. Krumbein: „Es sind leider nur zwei Angebote eingegangen, die beide im Bereich von 3,4 Millionen € liegen. Das sind 1,2 Millionen € mehr, als bisher angesetzt.“ Schon im Vorfeld sei klar gewesen, dass die derzeit sehr gute Auslastung der Baubranche mit vielen Aufträgen konjunkturbedingt zu Kostensteigerungen führen würde. „Aber die jetzt vorliegenden Zahlen sind schon eine krasse Abweichung“, führte Krumbein aus. Ein Grund für die wenigen Bieter und die hohen Kosten sei das „sehr komplexe Vorhaben, das nur mit vielen Unteraufträgen zu bewältigen“ sei. Da würde jeder Bauunternehmer hohe Risikoaufschläge in sein Angebot einrechnen.
Das Land Nordrhein-Westfalen, welches das Projekt mit einer Quote von 70 Prozent fördert, wurde über die aktuelle Entwicklung bereits informiert. Die Bezirksregierung Düsseldorf, so der Beigeordnete, habe signalisiert, dass sie die höheren Kosten in ihre Förderlisten eintragen werde. Eine Umplanung oder gar Neuplanung mache keinen Sinn, so Krumbein. Das könne die Landesförderung gefährden und am Ende in der Ausschreibung nur zu noch höheren Kosten führen. Der aktuelle Kostenanteil der Stadt liegt bei 366.000 €.
Da die Bindungsfrist für die eingereichten Angebote am 16. Juli endet, hat sich der Verwaltungsvorstand nach Aussage von Krumbein dazu entschieden, das niedrigere der beiden Angebote anzunehmen. Die Fertigstellung ist für den September 2019 geplant.
Eigentlich sollten die Baurarbeiten auf der Westseite des Bahnhofs im Januar diesen Jahres beginnen. Zumindest in der Bürgerversammlung zu dem Horremer Großprojekt im vergangenen November war das noch Stand der Dinge. Damals waren den Bürgern Bodenbeläge, Wände und melierte Treppenstufen für den Bereich Richtung Knechtstedener Straße präsentiert worden. Eine chemische Innovation im Stein soll für besseren Graffiti-Schutz sorgen. Die Technischen Betriebe bauen an der Westseite für 197.000 € insgesamt 17 zusätzliche Parkplätze. (Oliver Baum)

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